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Idsteiner Land

Ultranet in Idstein - FDP fragt nach den Alternativtrassen

Mit einer Anfrage zur nächsten Stadtverordnetenversammlung will die FDP-Fraktion erfahren, wie der Sachstand des Planungsverfahrens für die Ultranettrasse in Idstein ist. Nach entsprechenden Antragsinitiativen, die auch wesentlich von den Liberalen getragen wurden, hatte die Stadt Idstein bereits im vergangenen Jahr die Komplettverlegung der vorhandenen Hochspannungstrassen aus den bebauungsnahen Bereichen in Wörsdorf und Idstein Gänsberg/Füllenschlag gefordert. Hierbei soll möglichst ein Mindestabstand von 400 Metern von allen Wohngebäuden erreicht werden.

OV-Idsteiner Land 12.8.2019 -

„Wir möchten nun erfahren, welche Ergebnisse die bisherigen Verhandlungen und Gespräche mit der Firma Amprion, dem Planer und Bauherrn der neuen Gleichstrom-Hochspannungs-Übertragungsleitung (HGÜ), bisher hatten“, berichtet der Fraktionsvorsitzende Roland Hoffmann. „Da die neue Trasse bereits im Jahr 2022 in Betrieb genommen werden soll, gehen wir davon aus, dass nun die Planungen in ein entscheidendes Stadium treten und halten es für wichtig, dass die Stadt Idstein den berechtigten Interessen der unmittelbaren Anwohner Rechnung trägt und die Idsteiner Positionen mit Nachdruck vertritt.“

„Es geht nicht an, dass Neubautrassen in anderen Bundesländern die Abstandsgrenzen von 400 Metern strikt einhalten oder die Leitung als Erdverkabelung ausgeführt wird, bei der durch Idsteiner Gebiet verlaufenden künftigen HGÜ-Trasse aber so gehandelt wird, als hänge man gerade mal neue Leiterseile auf längst vorhandene Masten,“ stellt der FDP-Stadtverordnete und Mitglied des Bau- und Planungsausschusses Dr. Andrik Abramenko fest. Man erwarte von der Bundesnetzagentur, die letztendlich über das Planungsverfahren entscheide, dass sie auf die Vorschläge der anliegenden Städte und Gemeinden Rücksicht nehme.

Dies verursache nur einen Bruchteil der Kosten, die für die Neubauleitungen aufgewendet würden. Die FDP wende sich nicht gegen die neue und sehr verlustarme Gleichstromübertragungstechnik, sondern wolle erreichen, dass diese ohne wesentliche gesundheitliche und akustische Beeinträchtigungen eingesetzt werde.

Die hessische Landesregierung spreche sich zwar in jüngster Zeit auch in diesem Sinne aus, habe sich aber offensichtlich bei der entsprechenden Bundesgesetzgebung nicht so stark engagiert wie beispielsweise der Freistaat Bayern.

Neben dem aktuellen Planungsstand und den vorgesehenen zeitlichen Abläufen wollen die Idsteiner Liberalen auch wissen, ob und ggf. mit welchen Ergebnissen die Stadt Idstein bereits Gespräche mit der Firma Amprion im Hinblick auf die von der Bürgerinitiative Ultranet vor einigen Monaten vorgeschlagene komplett neue Westtrasse entlang der Autobahn A3 für die Ultranet-Trasse geführt hat.

„Dies ist ein interessanter Vorschlag, der aber nur dann Sinn machen kann, wenn dafür die Hochspannungsleitung über Wörsdorf und im Gebiet Gänsberg/ Füllenschlag beide dort vorhandenen Hochspannungstrassen komplett in den Bereich der neuen Trasse verlagert werden,“ stellen Hoffmann und Abramenko gemeinsam fest.

Die Anfrage im Wortlaut

Der Magistrat wird gebeten, folgende Anfrage zu beantworten:

1. Hat die Stadt Idstein in den letzten Monaten Gespräche mit dem Netzbetreiber für Ultranet, der Firma Amprion, im Hinblick auf die vorgeschlagenen Alternativtrassen für Idstein geführt?
2. Wurde dabei auch die von den Bürgerinitiativen neu vorgeschlagene Westtrasse entlang der Autobahn A 3 besprochen?
3. Welche Ergebnisse hatten die Gespräche ggf.?
4. Welcher zeitliche Ablauf der Ultranet-Planungen ist der Stadt Idstein derzeit bekannt?
5. Welche Initiativen und Aktivitäten zum Genehmigungsverfahren sind seitens der Stadt Idstein in nächster Zeit notwendig und geplant?

 

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