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Idsteiner Land

Gestaltungssatzung Altstadtgürtel fand Mehrheit

Auf Anregung der Feien Demokraten beantragten die Fraktionen der SPD, Grünen und FDP in der Stadtverordnetenversammlung, dass der Magistrat einen Vorschlag zur Erarbeitung einer Gestaltungssatzung für den Altstadtgürtel vorlegt. „Dies ist in unseren Augen ein besonders wichtiges Anliegen, denn es geht darum eine unangepasste Bebauung in Altstadtnähe künftig zu vermeiden“ berichtet der FDP-Fraktionsvorsitzende Roland Hoffmann.

OV-Idsteiner Land 15.11.2018 -

Nach dem Bau der Anlage Idstein Hoch 7 im Bereich des ehemaligen Krankenhauses gebe es schon jetzt eine Beeinträchtigung des Stadtbildes mit seiner wunderschönen Altstadt.

„Es gilt nun weitere und eventuell sogar noch größere Bausünden z.B. im Bereich der Escher Straße in Zukunft zu vermeiden. Dies kann am besten erreicht werden, indem man potenziellen Investoren klare Vorgaben für die Gestaltung neuer Bauten in diesen sensiblen Bereichen an die Hand gibt. Wir wollen eindeutig nicht jedwede Bebauung verhindern, sondern nur sicherstellen, dass das Bild der Altstadt erhalten bleibt“ meint Hoffmann überzeugt. Wichtig sei dabei, dass man
nicht erst dann entscheide, wenn ein konkreter Bauantrag vorliege, sondern vorgelegte Planungen bereits in ihren Grundzügen eine harmonische Gestaltung aufweisen würden.

Die FDP habe dazu bereits im letzten Jahr einen Antrag mit detaillierten Gestaltungsvorschlägen eingereicht, der in aktuellen Antrag eingearbeitet wurde und im Rahmen des Antragsprozesses bewertet werden sollen.

Hier geht es beispielsweise um Dach- und Fensterformen, Gebäudehöhen und Gliederung, die vorzugsweise Unterbringung von PKW in Tiefgaragen sowie um den zu erhaltenden Grünflächenanteil.

Es sei erfreulich, dass es in der Sache nun zu einer Mehrheitsentscheidung mit den Stimmen der beantragenden Parteien gekommen sei und auch eine Bürgerbeteiligung vorgesehen ist.

Trotz der knappen Mehrheit für den Antrag gehe die FDP davon aus, dass alle in der Stadtverordnetenversammlung vertretenen Parteien sich in dem Ziel, das Gesamtbild der sehenswerten Idsteiner Altstadt zu bewahren, einig seien.

Der Antrag der FDP-Fraktion zur Gestaltungssatzung Altstadtgürtel im Wortlaut


Der Magistrat der Stadt Idstein wird gebeten, eine Satzung zur baulichen Gestaltung des Altstadtgürtels zu erarbeiten, die folgenden Grundsätzen Rechnung trägt:
  1. In den Randbereichen der Idsteiner Altstadt (Altstadtgürtel) sollen alle Neubauten so gestaltet werden, dass sie der denkmalgeschützten Gesamtanlage Altstadt Rechnung tragen.
  2. Dabei sind die Höhen der Gebäude so zu bemessen, dass sie das Gesamtbild der Altstadt nicht dominieren. Neubauten müssen sich in Gliederung, Größe und Umriss an den historischen Gebäuden im Umfeld orientieren.
  3. Die sichtbare Größe der Baukörper ist der kleingliedrigen Bebauung der Altstadt anzupassen. Gebäude über 10 m Firsthöhe sind deutlich zu gliedern, so dass sie optisch zwei oder mehreren Gebäuden gleichen.
  4. Die Dachform ist mit einer Mindestneigung von über 25 Grad auszuführen. Gauben und Einschnitte einer Dachfläche dürfen insgesamt höchstens 50 % der jeweiligen Gebäudelänge einnehmen. Der seitliche Abstand zum Giebel soll mindestens 1,5 Meter betragen. Staffelgeschosse sind möglich. Die Dacheindeckungen sollen in grau oder rot erfolgen. Engobierte oder glasierte Dachziegel sind nicht zulässig.
  5. Die Fenster sollen ein rechteckig stehendes Format aufweisen.
  6. Es darf keine Ablösung von Parkplätzen geben und diese sind vorzugsweise in Tiefgaragen unterzubringen. Diese sollen vollständig eingegraben sein.
  7. Der Grünflächenanteil im Altstadtgürtel ist ausreichend bemessen zu erhalten.
  8. Der Bereich der Gestaltungssatzung soll folgende Gebiete umfassen: Schulgasse, Tiergartenspange, Escher Straße, Am Friedhof (Altstadtgärten) Kalmenhofpark. Die parzellengenaue Abgrenzung ist vom Magistrat vorzuschlagen.
Begründung:
Die Altstadt ist das wichtigste Identifikationsmerkmal für die Bürger und Bürgerinnen der Stadt Idstein. Es geht darum, das historische Gesamtbild dieses wichtigen Stadtbereiches auch in der Fernwirkung zu erhalten.

Änderungsantrag DS 196/2018 Gestaltungssatzung Altstadtgürtel

1. Der Magistrat wird gebeten, einen Vorschlag zur Erarbeitung einer Gestaltungssatzung oder geeigneter Bebauungspläne für die bisher unbeplanten Bereiche des Altstadtgürtels einschließlich einer Kostenaufstellung der Stadtverordnetenversammlung vorzulegen.

2. In dem Konzept sind die gestalterischen Anregungen der DS 196-2018,
FDP-Antrag Gestaltungssatzung Altstadtgürtel sowie die Änderung und die Ergänzungen der FWG-Fraktion (DS 157-2017) zu bewerten.

3. Bei der Erarbeitung der Satzung ist eine Beteiligung der Bürger vorzusehen.

 

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